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Der Ätherleib

Der Ätherleib — auch Lebens- oder Bildekräfteleib genannt — ist nach Rudolf Steiner das übersinnliche Glied, das den physischen Leib durchdringt und am Leben erhält.

Steiner beschreibt den Ätherleib als dasjenige Wesensglied, das den physischen Leib fortwährend vor dem Zerfall bewahrt: Er ist „der fortwährende Kämpfer gegen den Zerfall des physischen Leibes" (GA 100 – Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis, Basel, 17. November 1907). Zieht er sich beim Tod zurück, so gruppieren sich die Stoffe des physischen Körpers „in der für sie natürlichen Weise, und der Körper zerfällt, wird ein Leichnam" (ebd.).

Diesen Lebensleib hat der Mensch nicht mit dem Mineralreich, sondern „gemeinschaftlich mit den Wesen des Pflanzenreiches auf der Erde" (GA 104 – Die Apokalypse des Johannes, Nürnberg, 26. Juni 1908). Er ist damit Träger der Lebens-, Wachstums- und Aufbaukräfte, die das bloß Physische nicht aus sich selbst hervorbringt.

In seinem Verhältnis zum physischen Leib ist der Ätherleib namentlich in der oberen Partie „eine Art Doppelbild des physischen Leibes"; zugleich ist er „der Träger des Temperamentes" sowie der dauernden Gewohnheiten und Vorstellungen (GA 96 – Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft, Berlin, 20. Oktober 1906).

Wie sehr Steiner den Ätherleib als gestaltete, lebendige Wirklichkeit versteht, zeigt eine Bemerkung aus der Pädagogik: Könnte man ihn aus dem physischen Leib herausnehmen und sichtbar machen, „es gäbe kein größeres Kunstwerk als dieses" (GA 310 – Der pädagogische Wert der Menschenerkenntnis und der Kulturwert der Pädagogik, Arnheim, 20. Juli 1924).

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